The Art of Annie

Die inszenierten Portraits der Annie Leibovitz
​ 13. Oktober 2026 durch
Gerhard HINTERLEITNER

Annie LEIBOVITZ,

die berühmte US-amerikanische Fotografin, die vor allem für ihre ausdrucksstarken Prominentenporträts bekannt ist, wurde als Mitglied der US-Fotografenagentur Contact Press Images von unserer 1984 gegründeten Photo-Agentur CONTRAST exklusiv zur Veröffentlichung in österreichischen Medien vertreten. Wir hatten - bis zum Verkauf unserer Agentur und der neuen Internet-Plattform picturedesk.com an die APA im Jahr 2006 - einen Großteil unseres Erfolgs vor allem ihr und einigen anderen großartigen „journalistischen" Portraitfotograf:innen zu verdanken. 

Andreas Friess und ich haben sie 1993 bei der Eröffnung Ihrer Ausstellung „Photographs 1970-1990" im KunstHausWien besucht, siehe Fotos oben im Blogtitel.
Links: Andreas Friess und Annie Leibovitz, fotografiert von Gerhard Hinterleitner. Rechts: Andreas Friess und Gerhard Hinterleitner, fotografiert von Annie Leibovitz.

Im folgenden Link könnt ihr einiges über Annie Leibovitz erfahren und vor allem auch viele ihrer bekannten Portraitinszenierungen ansehen. 

Annie Leibovitz versteht es meisterhaft, ihre prominenten Modelle zu ungewöhnlichen Inszenierungen anzuregen und deren Persönlichkeit einzufangen. Ihre Fotos spiegeln daher intime Momente der Abgebildeten wider und zeigen oft Zusammenhänge zu Privatleben und öffentlicher Wahrnehmung. 

Bei vielen dieser Fotos wird klar, dass sie sich einen gewaltigen Vertrauensvorschuss der jeweiligen Abgebildeten erarbeitet hat, damit diese sich derart in Szene setzen lassen.. Wenn man die Ergebnisse betrachtet, wird auch vollkommen klar, warum sie so berühmt ist. 

Ich habe mich heuer bei der Neubelebung des OBJEKTIV Pressefotopreises für die Wiederaufnahme der zuletzt fehlenden Kategorie „Portraits“ eingesetzt, und Annie Leibovitz liefert in meinen Augen die Paradebeispiele für Fotos, die ich mir unter der aktuellen Kategorie „Journalistische Portraits“ vorgestellt habe. „Journalistisch“ haben wir die Kategorie ja vor allem deswegen zusätzlich benannt, weil es im OBJEKTIV-Bewerb eben immer um bekannte Persönlichkeiten gehen muss, über die in den Medien - z.B. mit Aufmacherfotos zu Interviews - journalistisch berichtet wird. 

Ich weiß, dass wir auch in Österreich großartige Fotograf:innen haben, die hervorragende „inszenierte“ Portraits von Prominenten für journalistische Artikel anfertigen. Ich hoffe daher sehr, dass die besten Fotograf:innen auch in Zukunft genügend Aufträge von all jenen Medien bekommen, die sich mit der Top-Qualität ihrer Aufmacherfotos von der Masse unterscheiden wollen. 

Und ich darf an dieser Stelle anhand der Beispiele im Link alle Fotograf:innen von Aufmacherportraits neuerlich dazu anregen, ihre veröffentlichten „Journalistischen Portraits" beim nächsten OBJEKTIV-Preis einzureichen. 

Gerhard Hinterleitner